Nicht in Warensortimenten denken, sondern in Stadtfunktionalitäten

Innenstädte digitalisieren ist ein Thema, zu dem Hedde gleich mehrere Projekte am Laufen hat. Die Belebung von Innenstädten nach Corona ist eine große Aufgabe. Denn Handel ist nur eine Facette von vielen, die Leute in die Stadt bringt.

Der lokale Handel hat eine Chance

Innenstädte gleichen sich sehr, sie sind fast auswechselbar. Was die Menschen anzieht, sind nicht die typischen Einkaufsstraßen, sondern die Orte, die die Stadt einzigartig machen. Gleichzeitig wollen die Menschen auch die großen internationalen Marken antreffen.

In letzter Zeit ist die Sensibilität der Käufer gewachsen, um den lokalen Handel und auch kleine Geschäfte zu unterstützen. Außerdem zählt der soziale Faktor, der eine gewachsene Wertigkeit hat. Der mittelständische Handel hat eine echte Chance. Dabei brauchen wir einen anderen Ansatz. Alte Strategien funktionieren nicht mehr.

Neue Konzepte für den Handel

Sicherlich hat der Lockdown dazu geführt, dass das Thema „Zuhause“ als wertig erlebt wird. Der lokale Handel hat zu diesem neuen Gefühl eine direkte Bindung.  Sich daheim wohlfühlen und sich mit wertigen Dingen zu umgeben, sind totgeglaubte Mechanismen, die neu erwacht sind. Ohne lokale Fachhändler ist es schwierig, die Wertigkeit der Marken und Produkte zu vermitteln. Die Frage ist nun, ob das auch digital möglich ist.

Innovation im Kampf gegen den Leerstand

Concept Stores und neue Ideen sind gefragt, um einen zentralen Leerstand zu befüllen. Eine Kombination aus Shopping und digitalem Service. Der Entertainment-Charakter zieht mehr Leute an – das sind auch die Kunden für die weiteren Händler im Umkreis. Dafür braucht es passende Strukturen.

Es besteht die Möglichkeit, dass durch das Thema Homeoffice auch totgeglaubte Standorte eine Renaissance erfahren. Von anderen Flächen werden wir uns aber auch verabschieden müssen. Das ist ein weiterer Trend.

Leerstand wurde in Bremen durch einen großen Award mitten in der Corona-Zeit bekämpft. 33 Einreichungen, aus denen Ecofair als Sieger hervorging. Das Konsortium will ein Kleinkaufhaus mit nur nachhaltigen Produkten eröffnen.

Auch kleinere Städte sahen sich vor diese Probleme gestellt, besonders nach der Karstadt Kaufhof Krise. Als Lösung sieht man, Flächen weiterzugeben, die wie eine WG aus verschiedenen Kategorien funktionieren. Die Mitarbeiter sind hier nicht an einen Laden gebunden, sondern arbeiten flexibel in den verschiedenen Abteilungen.

Neue Konzepte für die Stadtfunktionalität

Des Weiteren muss in Konzepten agiert werden, die Flächen müssen minimiert werden. Immer interessanter sind regionale Produkte und Handwerk. Das gilt sowohl für traditionelle als auch für neue Geschäftsideen. Das Warenhaus in der Größe, wie wir es heute kennen, war schon immer eine Herausforderung und nur mit Mühe in dieser Größe machbar. Bestimmte Etagen könnten heute als Lager genutzt werden und so umfunktioniert werden. Das sind neue Modelle.

Man sollte nicht in Warensortimenten denken, sondern in Stadtfunktionalitäten. Eine Idee ist, in der Innenstadt von Köln eine große Fläche als zentrales Lager als Hub für die E-Commerce-Aktivitäten zu nützen. Der Abholpunkt in der Innenstadt, der mit dem Fahrrad erreichbar sein soll, kann mit einer langen Reihe an Freizeitangeboten zusätzlich interessant gemacht werden.

Auch die Politik findet Rahmenbedingungen, die eine Bereitschaft zur Aktion fördern.


Das ganze Interview finden Sie im dcommerce Blog, den Podcast auf itunes, spotify und google podcast und das Video unter youtube jeweils im dcommerce Channel:

Podcast: https://dcommerce.blog/2021/07/digitale-revolution-boris-hedde/

Blogartikel: https://dcommerce.blog/2021/07/digitale-revolution-interview-mit-boris-hedde-zum-thema-chancen-fuer-die-innenstadt/

Youtube: https://youtu.be/6ND-VB-MSLA

Buch zum Interview: https://amzn.to/3zclgYs